Der Star - Vogel des Jahres 2018

Der Star - Vogel des Jahres 2018  Georg Dorff (NABU)
Der Star - Vogel des Jahres 2018 Georg Dorff (NABU)

 

Der Star Sturnus vulgaris gehört innerhalb der Ordnung der Sperlingsvögel (Unter-Ordnung Singvögel) zur Familie der Stare (Sturnidae) mit weltweit 114 Arten. In Europa kommen 3 Arten vor: flächendeckend der Star, im Südwesten Europas der Einfarbstar Sturnus unicolor und im Südosten Europas der Rosenstar Sturnus roseus.
Der Star hat eine untersetzte Gestalt und ist kleiner als die Amsel. Er äußert viele, z.T. schwer zu beschreibende Rufe. Der Gesang, der mit gesträubtem Gefieder und hängenden, heftig schlagenen Flügeln vorgetragen wird, ist ein vielfältiges Schwätzen, das mit schnurrenden und schnalzenden Lauten, aber auch mit reinen Pfiffen unterbrochen wird. In den Gesang werden viele Imitationen von Geräuschen und Vogelstimmen eingebaut.

Die höchsten Brutdichten erreicht der Star in baumhöhlenreichen Laubwäldern mit unmittelbarer Anbindung an offene Flächen mit feuchtem Grünland zur Nahrungssuche. Da die Paare keine Reviere verteidigen, kann dieser Vogel bei ausreichendem Nisthöhlenangebot gehäuft bis kolonieartig brüten. Legebeginn ist ab Mitte April mit 1 Jahresbrut (selten 2). Beide Partner bebrüten die 4-6 Eier 13-15 Tage; die Jungen werden 18-22 Tage ebenfalls von beiden Partnern gefüttert. Die Nahrung besteht vorwiegend aus Insekten und Würmern der obersten Bodenschichten. Im Spätsommer und Herbst werden vermehrt verschiedene Früchte verzehrt.

 

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Beeindruckend sind die ab dem Frühsommer zu beobachteten großen Schwärme, die bis in den Herbst zu riesigen Verbänden anwachsen und sich vor Sonnenuntergang an gemeinsamen Schlafplätzen sammeln. Viele seit langem bekannte Starenschlafplätze befinden sich inmitten größerer Städte und im Schilf größerer Gewässer. Über 10.000 Individuen können an einem Schlafplatz zusammenkommen. An einem Schlafplatz in Lyon wurden schon über 100.000 Stare gezählt. Der Star gehört zu den Teil- und Kurzstreckenziehern. In Niederungsgebieten mit entsprechend milden Klima bleibt er auch im Winter vor Ort.

Winterquartiere der Zugvögel sind Mittel-, West- und Südeuropa.

Stare sind auch wichtige Forschungsobjekte. An gekäfigten Individuen wurde das Phänomen der Zugunruhe und der Sonnenkompass entdeckt.

In ganz Europa ist die Art von 1980 bis 2010 in ihrem Bestand um 52 % zurückgegangen. Das bedeutet einen Verlust von über 40 Mio. Staren. Ursachen sind die Einengung der Nahrungsbiotope durch Intensivierung der Landwirtschaft mit massivem Rückgang der Grünlandflächen (Aufgabe der Weidewirtschaft, Drainage oder Aufforstung von Feuchtwiesen) verbunden mit einem hohem Biozid- und Düngereinsatz. Der Verlust von höhlenreichen Baumbeständen hat zur Einengung der Brutbiotope geführt. Außerdem ist der Star durch die starke direkte Verfolgung gefährdet. Ursache der Verfolgung sind die wirtschaftlichen Schäden, die der Star in Obstbaugebieten anrichten kann, wenn die Kulturen nicht mit bunten Netzen zugedeckt werden.

 

Text: Wilfried Schulz, Dipl.-Biologe (NABU Wedemark)



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Blick in die Wedemark

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