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Schleiereulennachwuchs

Küken, Schleiereule, Nachwuchs, Brut
verschlafener Blick des Schleiereulen Nachwuchses
Schleiereule
Ein Blick zurück bevor es für die Schleiereule auf die Jagd geht; Foto:NABU/U.Schwertmann

Gespannt richten wir unseren Blick nach oben auf das kleine Fenster des Trafoturms - und bevor wir "ich hole noch schnell die Taschenlampe" sagen können ist uns das Muttertier bereits aus dem Plumhofer Trafoturm entgegengeflogen. Wundervoll sieht es aus, wie es seine Flügel schwingt und sich auf einem der nahestehenden Eichen niederlässt. Fast majestätisch werden wir von der Baumkrone aus aus schwarzrunden Augen beobachtet, die herzförmige, weiße Gesichtsform als ihr Erkennungszeichen lässt uns wissen: wir haben die Ehre mit einer Schleiereule.

die Majestät höchstpersönlich, gestatten Schleiereule; Foto:NABU/L.Reinberger
die Majestät höchstpersönlich, gestatten Schleiereule; Foto:NABU/L.Reinberger
Schleiereule
ein letzter Blick an die Beobachter, dann wird gejagt;Foto:NABU/L.Reinberger

Vorsichtig schleichen wir uns die Treppe des Trafoturms hinauf und entdecken oben angekommen, eine Brut aus 6 winzigen, weiß-flaumigen Schleiereulen-Küken im Nistkasten . Diese befinden sich alle in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, so blinzelt uns ein etwa 3 Wochen altes Küken verschlafen an, hinter ihm ist ein größeres, weiß-flauschiges Küken zu erkennen sowie ein junges, fast nacktes Küken ganz im Vordergrund. Doch wie kommt es, dass der Nachwuchs unterschiedlich alt ist?

Je nachdem, wie erfolgreich die Mäusejagd einer Schleiereule ausfällt, kann es zu Zweit- und Drittbruten kommen. So kann es geschehen, das mehrere Eier innerhalb weniger Tage gelegt und anschließend bebrütet werden und es so dazu kommt, dass diese Küken dann mit wenigen Tagen Abstand schlüpfen. Die Brut einer Schleiereule beginnt Ende März und reicht bis Anfang Mai; nach circa 30-34 Tagen schlüpfen dann die neuen Eulen, bis sie nach etwa 2 Wochen zum ersten Mal ihre Äugeln öffnen. Das Nest verlassen sie zum ersten Mal nach 2 Monaten.

Lebensraum der Schleiereule; Foto:NABU/L.Reinberger
Lebensraum der Schleiereule; Foto:NABU/L.Reinberger

Die Schleiereule sucht sich ihre Brutplätze in der Nähe von menschlichen Siedlungen und bevorzugt einzeln stehende, exponierte Gebäude; so zum Beispiel Kirchtürme - oder, wie in unserem Fall, einen ehemaligen Trafoturm in Plumhof. Dieser ist für die Schleiereule perfekt, grenzt er doch an diverse Äcker und offene Geländeflächen, die der Schleiereule die Jagd nach Feld-und Spitzmäusen sowie vereinzelt auch Vögeln und Großinsekten ermöglichen.

Da die Bewirtschaftungsformen der Agrarlandschaft die Kleinsäugerbestände extrem beeinflussen, ist auch die Jagd der Schleiereule in hohem Maße von Veränderungen der Umwelt betroffen; sei es durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft oder auch durch den Verlust von Brutplätzen durch den Abriss von alten Scheunen und Dächern.

Nach Schätzungen brüten in Deutschland zurzeit zwischen 11.000-17.000 Schleiereulen - du möchtest diese wundervollen Tiere noch besser kennenlernen und erfahren, wie du sie aktiv schützen kannst?

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Text und Fotos: L. Reinberger