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"Wolf aktuell"

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Wolf, Munster Nord; Foto: Jürgen Borris (NABU)

 

2019-05-08

NABU, WWF und IFAW fordern in Niedersachsen: Herdenschutz statt Wolfsabschuss
(Gemeinsame Pressemitteilung)

Berlin, Hannover, 8. Mai 2019 – NABU, WWF und IFAW kritisieren die Entscheidung des niedersächsischen Landesumweltministeriums, die Abschussgenehmigung des Rodewalder Wolfsrüden mit der Bezeichnung „GW717m“ erneut zu verlängern. Laut Medienberichten spielt Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies mit dem Gedanken, Wölfe auch ohne individuelle Zuordnung abschießen lassen zu wollen. Aus Sicht der Verbände tragen die Aussagen aus dem Ministerium nicht zu einer Versachlichung der Situation bei. In einem gemeinsamen Statement fordern NABU, WWF und IFAW die Einhaltung europäischen und deutschen Rechts und eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Themen Wolf und Herdenschutz.

die Presseerklärung im Wortlaut

2019-04-26
Zum Tag des Wolfes (30.4.) hat der NABU an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesumweltministerin Schulze appelliert, nach dem Vorbild ihrer Brüsseler Kollegen beim Herdenschutz eng zusammenzuarbeiten. (Offener Brief)
Die  EU hat kürzlich den Weg für umfassenden Herdenschutz frei gemacht: Nicht nur Investitions-, sondern auch Erhaltungs- und indirekte Kosten wie Tierarztkosten können zu 100 Prozent gefördert werden. In einem gemeinsamen Brief hatten EU-Umweltkommissar Karmenu Vella und Landwirtschaftskommissar Phil Hogan betont, dass eine Koexistenz von Mensch und Wolf in Europa nur gelingt, wenn Agrar- und Umweltministerium an einem Strang ziehen. „Jetzt liegt es an Ihnen, diese Möglichkeiten für Bund und Länder zu nutzen und Herdenschutz als effektive präventive Maßnahme konsequent umzusetzen. Es ist dringend an der Zeit, den Rahmen für flächendeckenden Herdenschutz in Deutschland zu schaffen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller in einem offenen Brief an die Ministerinnen.
Forderungen nach Bestandsregulierungen sowie Debatten zum günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation seien nicht zielführend. Die Weiden müssen mit entsprechenden Zäunen umgeben werden, Herdenschutzhunde zum Einsatz kommen und bei Schäden durch Wölfe muss eine schnelle finanzielle Hilfe für Weidetierhalter greifen. Miller: „Wir brauchen mehr Tempo beim Herdenschutz. Guter Herdenschutz verringert Nutztierübergriffe und sorgt dafür, dass Wölfe sich erst gar nicht auf Nutztiere spezialisieren.“ Der Bund sollte die Bundesländer darin unterstützen, beispielsweise durch die Einrichtung eines Herdenschutzkompetenzzentrums zur Bündelung fachlicher Erkenntnisse, für Forschung und Innovation sowie zur Beratungsleistung von Weidetierhaltern.
Der NABU sieht vor allem die Bundeslandwirtschaftsministerin in der Pflicht,  da sie für die Berufsgruppe der Weidetierhalter Verantwortung hat. Statt sich wie bislang für Bestandsregulierungen auszusprechen, sollte sie sich den Ursachen und Lösungen zuwenden. „Unterm Strich ist es irrelevant, ob sich acht oder zehn Wölfe in einer Region befinden – so lange Weidetiere ungeschützt bleiben, sind sie leichte Beute“, so Miller.
Der NABU hat den 30. April zum „Tag des Wolfes“ ausgerufen. An diesem Datum endet aus wissenschaftlicher Sicht das Wolfsjahr. Im Mai wird der Wolfsnachwuchs geboren, es beginnt das neue „Monitoring-Jahr“, mit dem wissenschaftlich dokumentiert wird, wo und wie viele Tiere aktuell in Deutschland leben. Bundesweit bieten NABU-Aktive an diesem Tag Veranstaltungen rund um den Wolf an und informieren vielseitig über das Wildtier. In diesem Jahr steht die Buchpremiere des Bildbandes „Das Leben unserer Wölfe“  im Mittelpunkt. Das Buch ist in Kooperation des NABU mit dem Naturfotografen Heiko Anders und dem Haupt Verlag entstanden. Es gibt einen exklusiven Einblick in das Familienleben der Wölfe und zeigt faszinierende Aufnahmen der „wilden Heimkehrer“.

mehr Infos
Bildband „Das Leben unserer Wölfe“ im NABU-Shop (Art.-Nr.: 4266, 29,90 Euro)

2019-02-19
Bodyguards für Schafe - Film zum Herdenschutz durch Kangals (NDR, Naturnah)
Der Wolf ist zurück in Niedersachsen. Seither sind Nutztiere wie Schafe in Gefahr, denn sie sind Beute des Wolfes. Schäfer Holger Benning setzt Hunde zum Schutz der Herde ein.

Link zum Film


2018
NABU-Projekt: Herdenschutz als Wolfsschutz
Das durch die DBU und die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung geförderte, auf 3 Jahre angelegte Projekt "Herdenschutz Niedersachsen" des NABU Niedersachsen verfolgt das Ziel, Herdenschutzmaßnahmen und wolfsabweisenden Grundschutz unter Einbindung des Ehrenamts dort zu etablieren, wo es in der Fläche Niedersachsens notwendig ist.

mehr zum Herdenschutzprojekt des NABU NDS
Fragen und Antworten zum NABU-Projekt "Herdenschutz Niedersachsen"

Herdenschutz Niedersachsen - Leben mit dem Wolf - http://www.herdenschutz-niedersachsen.de/

 

2018-06-29

NABU: Zusammenleben von Wolf und Mensch braucht lösungsorienertes Management
Miller: Beschluss der Großen Koalition zum Wolfsmanagement überwiegend erfreulich und sachlich Berlin –
Den gestern im Bundestag beschlossenen Antrag der Großen Koalition zum bundesweiten Wolfsmanagement bewertet der NABU als überwiegend erfreulich und sachlich. „Mit diesem Ansatz folgen die Regierungsparteien endlich dem, was der NABU schon seit Jahren fordert: den wissensbasierten, lösungsorientierten und sachlichen Umgang mit dem Wildtier Wolf“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Insbesondere die Fortführung der Finanzierung des Dokumentations- und Beratungszentrums des Bundes zum Wolf (DBBW), die gestern ebenfalls
beschlossen wurde, begrüßt der NABU.
Miller weiter: „Dennoch: Trotz vieler guter Ansätze zum Herdenschutz wird die dringend benötigte Einrichtung eines Herdenschutzkompetenzzentrums in Verantwortung des BundeslandwirtschaAsministeriums weiterhin vernachlässigt. Mit der Einrichtung einer solchen koordinierenden Institution wären die Voraussetzungen gegeben, alle eingebrachten Fragestellungen und Lösungsvorschläge zum Herdenschutz bundesweit effizient zu bündeln und umzusetzen. Dass die Bundesregierung laut Beschluss dennoch an ihrem aus wissenschaftlicher Sicht völlig unangemessenen Vorhaben festhalten möchte, den Schutzstatus des Wolfes in Europa zum Zweck einer Bestandsregulierung erneut von Brüssel prüfen zu lassen, steht in eklatantem Widerspruch und bleibt ein Wehrmutstropfen der gestrigen Sitzung.“

Quelle


18.07.2017

lebende Wölfe
Laut Monitoringbericht der Landesjägerschaft leben aktuell elf Wolfs-Rudel in Niedersachsen in freier Wildbahn.
Die Zahl der diesjärigen Welpen wurde auf 44 geschätzt. Die meisten Rudel leben demnach im Nordosten des Landes, vor allem im Heidekreis, dem Landkreis Celle und dem Landkreis Lüchow-Dannenberg. Ein weiteres hält sich im Raum Cuxhaven auf.

In Niedersachsen leben mittlerweile rund 130 Wölfe. Die Tiere breiten sich auch räumlich weiter aus. Kürzlich wurden Welpen bei Göhrde gefilmt - und bei Göttingen der erste Wolf gesichtet.

tote Wölfe

Die Zahl der in Niedersachsen tot aufgefundenen Wölfe ist auf 22 gestiegen, nachdem Anfang Juli ein weiteres Tier in der Nähe von Bispingen (Heidekreis) überfahren worden war. Häufigste Todesursache ist laut Landesjägerschaft der Straßenverkehr.
15 Wölfe wurden auf Niedersachsens Straßen getötet,
3 Tiere wurden illegal geschossen,
3 Tiere starben aus Altersgründen, an Krankheiten oder Verletzungen
1 Wolf wurde auf Behördenweisung der Natur als "Problemwolf entnommen"("MT6" auch   "Kurti" genannt), weil er sich mehrfach Menschen genähert hatte.

12.07.2017

Die Goldenstedter Wölfin (auch Vechta-Wölfin bzw. Barnstorfer Fähe genannt) scheint erstmals Nachwuchs bekommen zu haben.
Dies zeigt ein Fotofallenbild der LJN, worauf die Fähe mit "Milchleiste" zu erkennen ist.
Das weist dann auf saugende Welpen hin. Falls diese Sichtung bestätigt werden kann, hätte sich in Niedersachsen ein weiteres Wolfsrudel etabliert.

Im vergangenen Jahr wurde in jener Gegend ein Jungrind nachweislich von zwei Wölfen gerissen. Der genetische Nachweis ergab die Beteiligung auch eines Rüden.
Die "Goldenstedter Wölfin" ist durch zahlreiche Risse aufgefallen, was dort immer wieder Auseinandersetzungen mit dem Wolfsmanagement ausgelöst hatte. Vermutlich hat die Wölfin wiederholt Zäune überwunden, die dem geforderten Standardschutz entsprachen.

Fotofallenbilder

 

12.04.2017 Pressemitteilung des NLWKN

Das Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat darüber informiert, dass am Dienstag gegen sieben Uhr morgens bei Visbek im Landkreis Vechta ein Wolf angefahren wurde; kurze Zeit später verendete er an seinen Verletzungen. Eine Mitarbeiterin des Wolfsbüros war vor Ort und hat den Transport des ausgewachsenen männlichen Tieres zum Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW) in Berlin organisiert, dort finden die weiteren Untersuchungen statt. Dies ist das übliche Verfahren im Rahmen des bundesweiten Totfund-Monitorings. Aussagen zu der Herkunft des Tieres können erst nach einer DNA-Analyse sicher getroffen werden. Über das Ergebnis der weiteren Untersuchungen wird das Wolfsbüro berichten.

Eine Übersicht in Niedersachsen tot aufgefundener Wölfe gibt es hier: http://www.nlwkn.niedersachsen.de/startseite/naturschutz/tier_und_pflanzenartenschutz/wolfsbuero/totfunde/tote-woelfe-in-niedersachsen-142406.html

 

26.02.2017  Wolf nahe Essel vom Auto angefahren und verstorben.

Am Mittwochabend (22. Februar 2017) wurde in den Abendstunden auf der Kreisstrasse 149 (Esseler Damm zwischen Essel und Ostenholz nahe des Hotels "Heide-Kröpke")  ein - wahrscheinlich männlicher - Wolf von einem PKW überfahren. Er verstarb noch an der Unfallstelle.
Wie alle in Deutschland tot aufgefundenen Wölfe wurde auch dieses Tier zur genetischen Untersuchung ins Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin verbracht. Dort erfolgt dann auch die genaue Bestimmung von Herkunft, Rudelzugehörigkeit, Geschlechtsbestätigung und Alter des getöteten Tieres.

In der Auflistung des Wolfsmonitorings im Auftrag des niedersächsischen Umweltministeriums ist dies der 18. (dokumentierte) Totfund eines Wolfes in Niedersachsen seit der natürlichen Rückkehr der Wölfe in unser Bundesland (2006), wobei alle 18 hier dokumentierten Todesfälle in den Zeitraum seit
Januar 2015 fallen.

 

01.02.2017

Mit sofortiger Wirkung hat der NABU Niedersachsen das Projekt "Herdenschutz Niedersachsen" gestartet,  zur Erforschung, Dokumentation und praktischer Anwendung von wissenschaftlichen Grundlagen beim Herdenschutz gegen Übergriffe von Wölfen.

Sitz des Projektes ist das NABU - Gut Sunder, also sehr eng in / an den bekannten Wolfsgebieten in Niedersachsen.

Die Leitung des Projektes wurde Herrn Peter Schütte übertragen.

Fernseh-Tipp: NDR Fernsehen - die Nordstory - Leben mit dem Wolf,
Do. 02.02.2017  15:00 - 16:00 Uhr

 

14.12.2016

Fernseh-Tipp für heute, Mittwoch, 20.45 Uhr, MDR:

Exakt - Die Story
Schießen oder schützen? - Die Rückkehr der Wölfe
Ein Reporterteam berichtet über die Debatte zwischen Wolfsgegnern
und -befürwortern.

zu finden in der ARD-Mediathek

Dokumentation über die Rückkehr des Wolfes

 

05.12.2016

Mindestens fünf Wölfe leben im Raum Visselhövede

Diese Wölfe tappten im November 2016 in eine Fotofalle.
Diese Wölfe tappten im November 2016 in eine Fotofalle.

Im Raum Visselhövede wurden mittels Fotofallenbilder die Präsenz von mindestens fünf Wölfen nachgewiesen, wie die LJN (Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.) Ende November mitteilt. Der Nachweis sei durch eine Serie von Bildern gelungen, die hintereinander fünf Wölfe aufgenommen haben.

Für das Rudel bei Unterlüß gibt es in 2016 weder Welpennachweis noch in den letzten Monaten verwertbare Nachweise / Hinweise für Wolfsanwesenheit, sodass vermutlich die dortige bisher bekannte Population erloschen zu sein scheint.
Auch verschieben sich anscheinend die Reviergrenzen der Wolfsrudel im Bereich der Heide östlich der A7. Die dortige Fläche scheint territorial besetzt, sodass nun auch im Dreieck A1 / A7 / A27 (also westlich der A7) Wölfe versuchen, Reviere zu finden und zu besetzen.
Darauf weisen vermehrte C1-Nachweise (Kotfunde, Risse) der letzten Monate hin. Auch der im Herbst entnommene "verhaltensauffällige" Wolf MT6 wurde mehrfach in diesem Bereich telemetriert.

Falls es sich bei den per Fotofalle im Raum Visselhövede aufgenommenen Wölfen um einen Familienverband handelt - der wissenschaftlich genaue genetische Nachweis steht noch aus -, wäre es dann wieder das neunte Wolfs-Rudel in Niedersachsen.

"Wolf aktuell" erscheint in unregelmäßigen Abständen. Die Beiträge stammen alle von Peter Griemberg.

Der NABU hat die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Wolf zusammengestellt.
2015 fand die Internationale Wolfskonferenz "Mensch, Wolf!" statt.
Auf Youtube sind viele Dokumentationen zum Thema Wolf zu finden.